Endlich.....

Eigentlich sollte es früher sein, aber ich habe einen Dreifachjob: Hauptamtlich bin ich am Institut für Funktionelle und Klinische Anatomie in Mainz tätig. Dort arbeite ich im Präparierkurs. Student_innen lernen hier den Aufbau des menschlichen Körpers an der Leiche. Ich bin für 40 Studierende zuständig und für 4 studentische Tutor_innen. Ich erkläre, ich seziere, ich nehme Prüfungen ab. Und dann beschäftige ich mich noch mit demjenigen Fach, dass ich seit 1989 betreibe: Medizingeschichte. Auch schreibe ich in diesem Fach noch Beiträge und halte Vorträge.

Ja, und die dritte Baustelle ist nicht zuletzt (!) das Thema Trans*. Ein Hauptschwerpunkt ist hier die Funktion als Sprecherin des Kompetenzzentrums für Trans* und Diversität Frankfurt und Mittelhessen (KTD). Da gab es schon Threads zum Thema, hier rasch noch einmal die Ziele: Peer-Beratung, Vorträge und Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung mit Fürsorgeinstitutionen und LSBTIQ-Verbänden. Das Zentrum wächst und gedeiht, wir sind jetzt von der Implementierungs- (d.h. Einrichtungs) phase zur Konsolidierungs- (d.h. Etablierungs-) phase übergegangen. Das alles auf der Basis einer großzügigen Förderung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Die Arbeit im Team nimmt immer mehr zu. Ich habe Peer-Beratungsgespräche geführt und ich habe im November sehr viele Vorträge gehalten, wobei diese Vortragstätigkeit für das KTD sich überlappt mit den Nachfragen, die ich über diese Website und Mund-zu-Mund Propaganda bekomme. Es handelte sich um Vorträge in Fürsorgeeinrichtungen, KITAS, teilweise in Zusammenarbeit mit der Profamilia Frankfurt.

Im Rahmen der Trans*aktivität ist dabei auch die Etablierung des Themas an den Medizinischen Fakultäten wichtig. Letzten Sommer habe ich ein Wahlpflichtseminar "Transidentität/Transsexualität in der Medizin" an der Universitätsmedizin Mainz eingeführt. Dieses Seminar wird ab Sommersemester 2020 verstetigt, d.h. dauerhaft eingerichtet. Ebenfalls habe ich jetzt im November 2019 zusammen mit Saskia Wilhelmy, einer Mitarbeiterin des dortigen Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, ein zweitägiges Modul "Transidentität/Transsexualität in der Medizin" an der RWTH Aachen durchgeführt. Und es ist vorgesehen, eben dieses Modul auch in Zukunft dort durchzuführen.

Über die Verbandsarbeit in der Trans*szene möchte ich nicht schreiben. Mir ist viel wichtiger, als Trans*mensch vor Cis*menschen zu stehen, in Vorträgen und in Informationsveranstaltungen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Präsenz als Trans*mensch, der genauso lebt und webt wie jeder "Normalo", genauso wichtig ist, wie die Inhalte, die ich von mir gebe. Auf genau das werde ich mich im nächsten Jahr noch mehr konzentrieren als vorher, dass bleibt nicht nur der Kern meiner Arbeit. Es wird noch stärker gewichtet werden, weil ich an anderen Stellen der Trans*arbeit, vor allem in der Verbandsarbeit, Dinge abwerfen muss, um meine Ausbildung Systemische Beratung und Therapie weiterzutreiben und um weiter zu funktionieren - und eben auch wieder mehr auf dieser Website schreiben zu können.

Das ist der Lagebericht zu meiner Person. Es liegt viel Arbeit hinter mir, es liegt viel Arbeit vor mir, aber jetzt langsam wird es Weihnachten. Und ich wünsche Euch allen, die Ihr hier auf die Seite schaut - ob Trans*, Cis* und was weiss ich - eine schöne und erholsame Weihnachtszeit oder Auszeit und einen guten und erfolgreichen Jahresbeginn 2020....

Liebe Grüße,

Livia

 

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